Baugenehmigung für den Pavillon – Das müssen Sie wissen

Gartenpavillons sind nicht nur ein dekorativer Blickfang für Ihr Eigenheim, sondern sorgen als Rückzugsort für die nötige Ruhe und bieten ein ideales Ambiente für Feierlichkeiten. Bevor Sie Ihren Pavillon im Garten aufstellen, gibt es noch die bürokratischen Hürden in Form einer möglichen Baugenehmigung zu beachten: Prüfen Sie noch vor der Anschaffung, inwiefern eine Baugenehmigung für Ihren Pavillon aus Stahl erforderlich ist.

In dieser Checkliste finden Sie alle wichtigen Informationen zum Thema Baurecht für DeutschlandÖsterreich und die Schweiz

Pavillon Florenz in pulverbeschichteter Ausführung
Bildquelle: ELEO Pavillon, Modell Florenz

Baugenehmigung für den Gartenpavillon in Deutschland


In Deutschland gibt es das private und das öffentliche Baurecht. Das Bauordnungsrecht wird in den einzelnen Landesbauordnungen der Bundesländer geregelt. Somit gibt es keine einheitliche Regelung, die besagt, dass Gartenpavillons baugenehmigungspflichtig sind. Es variiert von Bundesland zu Bundesland. Gebäude ohne Toiletten, Aufenthaltsräume oder Feuerstätten sind beispielsweise in den meisten Landesbauordnungen als genehmigungsfrei verzeichnet.

Landesbauordnungen

Die Landesbauordnungen der Bundesländer basieren alle auf einer Musterbauordnung, die von der Bauministerkonferenz ständig aktualisiert wird. Somit ähneln sich die Regelungen der Bundesländer. Welche Anforderungen und Formalitäten für ein Bauvorhaben im Allgemeinen notwendig sind und wann eine Baugenehmigung nötig ist, wird auf Länderebene in jeder Landesbauordnung einzeln geregelt.

Einige Fakten zur Landesbauordnung:

  • 16 Bundesländer bedeuten 16 teils unterschiedliche Landesbauordnungen: Zuständigkeit liegt bei dem jeweiligen Bundesland.
  • Enthalten sind Informationen zu Abmessung, Höhe und Abstand zum Nachbargrundstück.
  • Verfahrensfreie Bauvorhaben sind nicht baugenehmigungspflichtig.

Am Beispiel Bayern – verfahrensfreie Bauvorhaben
Exemplarisch finden Sie die Regelungen zu verfahrensfreien Bauvorhaben in Bayern hier. Quelle: Bayerisches Staatsministerium

Der Bebauungsplan weist bebaubare Flächen auf dem Grundstück aus und enthält Vorgaben zu den Gestaltungsmöglichkeiten. Beispielsweise ist dort geregelt, ob eine bauliche Anlage im Bereich des Vorgartens errichtet werden darf, oder wie hoch ein Zaun sein darf. Innerhalb der von Bauordnung und Bebauungsplan gesetzten Grenzen benötigen Sie keine Baugenehmigung. Werden die Beschränkungen jedoch überschritten, ist ein Antrag notwendig. Deshalb spielt der Bebauungsplan bei der Frage, ob ein Pavillon genehmigungspflichtig ist oder nicht, auch eine Rolle.

 

Einige Fakten zum Bebauungsplan:

  • Grundlage ist das Baugesetzbuch (§ 9 BauGB).
  • Ein Bebauungsplan existiert grundsätzlich dann, wenn sich Ihr Haus in einem Wohngebiet befindet, das in den letzten 80 Jahren bebaut wurde.
  • Nebenanlagen dürfen oftmals nur innerhalb von Baugrenzen errichtet werden.
  • Einsicht in den Bebauungsplan: im Bauordnungsamt, bei Gemeindeverwaltung, dem Stadtplanungsamt oder in vielen Kommunen mittlerweile auch online.

Das Raumvolumen Ihres Pavillons ins letztendlich ausschlaggebend, ob Sie eine Baugenehmigung benötigen. Gemessen wird die Größe in Kubikmetern anhand der Aufstellfläche Ihres Pavillons. Überschreitet Ihr Pavillon die für Sie geltenden Richtwerte, müssen Sie eine Baugenehmigung einholen – liegen sie darunter, ist keine Genehmigung erforderlich. Die Richtwerte unterscheiden sich je Bundesland erheblich. 

 

Exemplarisch: die aktuellen Richtwerte einzelner Bundesländer im Überblick

  • Bayern: bis 75 m³
  • Brandenburg: bis 75 m³
  • Hamburg: bis 30 m³
  • Niedersachsen: bis 40 m³
  • Nordrhein-Westfalen: bis 30 m³

(Achtung: Die Angaben sind ohne Gewähr. Wenden Sie sich im Zweifel an die zuständige Behörde.)

Bei der maximalen Höhe einer Grenzbebauung findet man in den meisten Bauverordnungen der Länder eine einheitliche Regelung: Eine Grenzbebauung ist bis zu einer Höhe von maximal drei Metern möglich.

Die Grenzbebauung im heimischen Garten richtet sich auch nach der jeweiligen Landesbauordnung und dem Bebauungsplan. Allerdings darf in den meisten Landesbauordnungen eine Gesamtlänge von neun Metern nicht überschritten werden. In jedem Fall sollten Sie Ihren Nachbarn über Ihr Vorhaben in Kenntnis setzen, um mögliche Unstimmigkeiten in der Nachbarschaft zu vermeiden.

Eine bauliche Anlage, die laut der verschiedenen Landesbauordnungen unter bestimmten Voraussetzungen eine Genehmigung erfordert, wird wie folgt definiert:

 

„Bauliche Anlagen im Sinne der BaustellV sind mit dem Erdboden verbundene und aus Baustoffen oder Bauteilen hergestellte Anlagen (einschließlich Gebäudetechnik). Eine Verbindung mit dem Erdboden besteht auch dann, wenn die bauliche Anlage durch eigene Schwere auf dem Boden ruht.“

 

Quelle: https://www.bfga.de/arbeitsschutz-lexikon-von-a-bis-z/fachbegriffe-a-b/bauliche-anlage-fachbegriff/ 

 

Versuchen Sie deshalb nicht, eine eventuelle Baugenehmigung Ihres Pavillons zu umgehen, indem Sie den Pavillon nicht fest im Boden verankern. Sobald er durch eigene Kraft auf dem Boden steht, handelt es sich um eine bauliche Anlage.

Baugenehmigung für einen Pavillon in Österreich

Einen Gartenpavillon in Österreich aufstellen

Auch in Österreich unterscheiden sich die Richtwerte sich von Bundesland zu Bundesland. Bevor Sie einen Pavillon für Ihren Garten kaufen, informieren Sie sich bei Ihrer jeweiligen Gemeinde über die rechtlichen Bestimmungen.

Exemplarisch: Die Richtwerte einzelner Bundesländer in Österreich im Überblick

Burgenland: Anzuzeigen sind Errichtungen und Änderungen von Gebäuden unter 200 m² Wohn-/Nutzfläche. Auch eine Vorlage der Baupläne und die Zustimmung aller Grundstückseigentümer, die sich 15 m von den Baufronten befinden, sind notwendig.

Kärnten: Meldepflichtig sind bauliche Anlagen in Leichtbauweise, die der Gartengestaltung dienen, bis zu 40 m² Grundfläche und 3,50 m Höhe.

Niederösterreich: Bewilligungsfrei sind Bauvorhaben wie Gerätehütten oder Gewächshäuser, die niedriger als 3 m sind. Auch die Errichtung und Aufstellung von Hochständen, Gartengrillern, Hochbeeten, Spiel- und Sportgeräten und Pergolen ist außerhalb von Schutzzonen und Altortgebieten bewilligungsfrei.

Steiermark: Kleinere bauliche Anlagen, die niedriger sind als 3 m und die eine Gesamtfläche von 40 m² nicht überschreiten, bedürfen keiner Baubewilligung. Es kann aber sein, dass sie dennoch gemeldet werden müssen.

Vorarlberg: Keine Bewilligung benötigen kleine Nebengebäude mit weniger als 25 m² Grundfläche und einer Höhe, die kleiner als 3,5 m ist. Eine Anzeigepflicht besteht allerdings trotzdem.

(Achtung: Die Angaben sind ohne Gewähr. Wenden Sie sich im Zweifel an die zuständige Behörde.)

Baubewilligung für einen Pavillon in der Schweiz

Das gilt beim Aufstellen eines Gartenpavillons in der Schweiz

Auch in der Schweiz gilt: Bevor Sie Ihren Pavillon im Garten aufstellen, informieren Sie sich gründlich, ob Sie eine Bewilligung benötigen – oder nicht.

Wir erklären, was Sie in der Schweiz berücksichtigen müssen, wenn Sie einen Gartenpavillon aufstellen möchten.

Alle Bauten und Umgestaltungen sowie Erweiterungen sind in der Schweiz abhängig von einer Baubewilligung oder müssen zumindest angezeigt werden. Allerdings gibt es Ausnahmen, die unwesentliche Veränderungen auf Zeit umfassen. Im Falle eines Pavillons, den Sie lediglich für ein Wochenende aufstellen, ist keine Baubewilligung nötig – schliesslich steht der Pavillon nur für eine begrenzte Zeit auf Ihrem Grundstück und wird nicht langfristig fest mit einem Fundament im Boden verankert. 

Anders sieht es aus, wenn Sie einen Pavillon dauerhaft in Ihrem Garten installieren wollen.

Ob Sie einen Pavillon in Ihren Garten integrieren dürfen, erfragen Sie bei Ihrer Gemeinde. Die rechtliche Lage unterscheidet sich nämlich von Kanton zu Kanton. Bei Ihrer Gemeinde bzw. dem zuständigen Bauamt bekommen Sie Auskunft, ob eine Baubewilligung für Ihren geplanten Gartenpavillon nötig ist oder nicht. Wenn Sie eine Bewilligung benötigen, können Sie diese direkt beim Bauamt beantragen.

Sollten Sie überlegen, einen Pavillon ohne Baubewilligung in Ihrem Garten zu installieren, können wir davon nur dringlichst abraten. Es drohen nämlich schwere Strafen. Zum einen können Ihnen die zuständigen Ämter die Nutzung des Pavillons verbieten und ihn entfernen lassen. Zum anderen kann es sein, dass Sie eine Strafe zahlen müssen – und die kann sich schnell auf mehrere tausend Franken belaufen, je nachdem, wie groß Ihr unbewilligtes Bauprojekt ausfällt.

Also: Fragen Sie in jedem Fall (!) vorab beim zuständigen Bauamt nach, ob Sie für Ihren Pavillon eine Baubewilligung benötigen und beantragen Sie diese, wenn die Bewilligung notwendig ist. 

Exemplarisch: Die Richtwerte einzelner Kantone im Überblick

Bern: Keine Baubewilligung benötigen unbeheizte Bauten mit einer Grundfläche von höchstens 10 m² und einer Höhe von höchstens 2,50 m, die weder bewohnt sind noch gewerblich genutzt werden. Die Bauten gehören funktionell zu einer Hauptbaute.

Zürich: Laut der Bauverfahrensverordnung benötigen Bauten und Anlagen, deren Gesamthöhe 2,5 m nicht übersteigt und die eine Bodenfläche von höchstens 6 m² überlagern, keine baurechtliche Bewilligung. 

Tessin: Ein Pavillon oder eine Pergola ist dann als baubewilligungsfrei zu qualifizieren, wenn er/sie als Balkenkonstruktion kein Dach und keine Seitenwände aufweist. Pflanzenbewuchs zählt dabei nicht als Dach bzw. Witterungsschutz. 

(Achtung: Die Angaben sind ohne Gewähr. Wenden Sie sich im Zweifel an die zuständige Behörde.)

Fazit: Unsere Tipps zum Aufstellen eines Pavillons

Grundsätzlich darf in jedem Garten ein Pavillon errichtet werden. Entscheidend sind dabei die Größe des Pavillons bzw. die Aufstellfläche und Ihr Wohnort. Diese Faktoren entscheiden darüber, ob eine Baugenehmigung für Ihren Pavillon benötigt wird oder nicht. Eine umfängliche Sicherheit bekommen Sie durch das zuständige Bauamt Ihres Wohnortes.

© ELEO Pavillon

Ihre Checkliste zum rechtlich sicheren Kauf Ihres Gartenpavillons:

  • Informieren Sie sich vor dem Kauf über die Rechtslage in Ihrem Bundesland bzw. Kanton.
  • Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn, vor allem im Falle einer Grenzbebauung.
  • Für mehr Sicherheit sollten Sie Ihren Pavillon einbetonieren.

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